RHÖN-KLINIKUM AG

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DGAP-News News vom 07.05.2020

RHÖN-KLINIKUM AG: Erstes Quartal 2020 durch Sondereffekte negativ beeinflusst

DGAP-News: RHÖN-KLINIKUM Aktiengesellschaft / Schlagwort(e): Quartalsergebnis/Quartalsergebnis
07.05.2020 / 07:00
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Corporate News

Bad Neustadt a. d. Saale | 7. Mai 2020

RHÖN-KLINIKUM AG: Erstes Quartal 2020 durch Sondereffekte negativ beeinflusst

  • Zahl der Patienten lag im ersten Quartal bei 211.788, Rückgang um 3,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum bedingt durch rückläufige medizinische Elektivleistungen aufgrund der COVID-19-Pandemie
     
  • Umsatz stieg dennoch um 2,6 Prozent auf 332,6 Mio. Euro; EBITDA fiel jedoch auf 13,9 Mio. Euro nach 28,7 Mio. Euro im Vergleichsquartal; Rückgang des Konzernergebnisses auf - 4,4 Mio. Euro nach 8,9 Mio. Euro im ersten Quartal 2019; Belastungen u. a. durch Aufwendungen aus dem Übernahmeangebot, negative Effekte aus der COVID-19-Pandemie und der Pflegeregulierung sowie positive Einmaleffekte aus dem Vorjahreszeitraum
     
  • Ausblick für 2020 steht unter Vorbehalt der Auswirkungen der COVID-19-Pandemie: Umsatz in Höhe von 1,4 Mrd. Euro +/- 5 Prozent; EBITDA in einer Spanne von 72,5 Mio. Euro bis 82,5 Mio. Euro
 

Die RHÖN-KLINIKUM AG hat im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres an ihren fünf Standorten der Maximal- und Schwerpunktversorgung große Anstrengungen für die Bewältigung der medizinischen wie auch wirtschaftlichen Herausforderungen der COVID-19-Pandemie unternommen. Stephan Holzinger, Vorstandsvorsitzender der RHÖN-KLINIKUM AG, sagte: "Die COVID-19-Pandemie hat gezeigt, dass wir ein verlässlicher Partner für Bund, Länder und Kommunen sind. An unseren Standorten verfügen wir über herausragende Experten für eine qualitativ hochwertige medizinische Versorgung unserer Patientinnen und Patienten auch in Krisenzeiten. Wir haben frühzeitig umfangreiche Maßnahmen eingeleitet, um bestmöglich eine rasch steigende Anzahl von COVID-19-Patienten behandeln zu können. Dort, wo es planbar und medizinisch vertretbar war, wurden Operationen verschoben, um Intensivbetten für COVID-19-Patienten freihalten zu können. Dass uns die Versorgung aller Patienten in dieser Ausnahmesituation bislang gut gelungen ist, verdanken wir dem bemerkenswerten Einsatz unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Wir werden uns auch weiterhin sehr engagiert für den Kampf gegen die Pandemie einsetzen."

Erstes Quartal 2020 von Sondereffekten geprägt

In den ersten drei Monaten des Geschäftsjahres 2020 hat die RHÖN-KLINIKUM AG ihren Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 2,6 Prozent auf 332,6 Mio. Euro gesteigert. Das EBITDA lag in einem durch eine zunehmende gesetzliche Regulierung bestimmten schwierigen Marktumfeld mit 13,9 Mio. Euro deutlich unter Vorjahresniveau. Die EBITDA-Marge betrug 4,2 Prozent, nach 8,9 Prozent im Vorjahreszeitraum. Unter Berücksichtigung von Abschreibungen und Finanzierungskosten resultierte aus dem EBITDA ein Konzernergebnis von - 4,4 Mio. Euro nach 8,9 Mio. Euro im Jahr zuvor.

Die Zahlen des ersten Quartals 2020 sind durch einmalige Sondereffekte, wie bisherige Aufwendungen in Höhe von 5,4 Mio. Euro im Zusammenhang mit dem Asklepios-Übernahmeangebot, der ab dem Geschäftsjahr 2020 geltenden Pflegeregulierung und den bisher überwiegend negativen finanziellen Effekten der COVID-19-Pandemie nur bedingt mit dem Vorjahreszeitraum vergleichbar. Im Vorjahreszeitraum waren zudem einmalige positive Effekte aus der Einigung über die Vergütung der Hochschulambulanzen in Höhe von 6,2 Mio. Euro im Zahlenwerk enthalten.

Die RHÖN-KLINIKUM AG hat einen spürbaren Ergebnisrückgang im ersten Quartal durch die exzessive Pflegeregulierung - wie viele in der Branche - erwartet. Hinzu kommen hohe Belastungen für Beratungsaufwendungen aus dem Asklepios-Übernahmeangebot und die bisher gerade für uns als Betreiber zweier großer Universitätsklinika derzeit unzureichenden Kompensationen aus der COVID-19-Pandemie. Angesichts der aktuellen Entwicklung der Corona-Pandemie und der Anzahl der an unseren Standorten behandelten COVID-19-Patienten werden wir ab Mitte Mai erste Schritte für einen Wiedereinstieg in die Regelversorgung unternehmen.

Verbesserungsmaßnahmen werden weiter umgesetzt

Im Berichtszeitraum hat die RHÖN-KLINIKUM AG weiterhin an einer Steigerung der Effizienz des OP-, Betten-, Verweildauer- und Entlassmanagements gearbeitet. Gleichzeitig setzen wir alles daran, unsere Patientinnen und Patienten weiter bestmöglich zu versorgen. Das Wohl der Patienten hat bei uns stets die höchste Priorität. Aufgrund der großen Anstrengungen zur Bewältigung der Corona-Pandemie wurde das Verbesserungsprogramm daher nicht mit der beabsichtigten Intensität in Angriff genommen. Im Fokus der Initiativen zur Effizienzsteigerung steht weiterhin die Optimierung der Verwaltungsstrukturen an den Standorten und in der Zentrale. Beide Ansätze sollen den hohen finanziellen Belastungen u. a. aus der Pflegeregulierung entgegenwirken.

COVID-19-Pandemie zeigt Potenziale der Telemedizin

Die COVID-19-Pandemie unterstreicht die Chancen der Telemedizin. Die RHÖN-KLINIKUM AG hat Ende 2019 gemeinsam mit dem Schweizer Telemedizin-Pionier Medgate die Medgate Deutschland GmbH gegründet. Im ersten Quartal standen die weitere Personalakquise sowie die gezielte Umsetzung technischer und organisatorischer Maßnahmen für deren Start im zweiten Halbjahr 2020 auf der Agenda. Die Gespräche mit gesetzlichen und privaten Versicherungsgesellschaften stießen insgesamt auf positive Resonanz. Ziel von Medgate Deutschland ist es, mit dem Angebot im Bereich Telemedizin und Digital Health einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung in Deutschland zu leisten. Das Angebot richtet sich am Bedarf einer immer stärker digital werdenden Gesellschaft und deren Bedürfnissen nach einer effizienten, zeit- und ortsunabhängigen sowie qualitativ hochwertigen und raschen Gesundheitsversorgung aus.

Übernahmeangebot - Angebotspreis von 18 Euro als angemessen erachtet

Die Asklepios Kliniken GmbH & Co. KGaA hat am 28. Februar 2020 der Gesellschaft mitgeteilt, dass sie beabsichtigt, den Aktionären der RHÖN-KLINIKUM Aktiengesellschaft ein freiwilliges öffentliches Übernahmeangebot für sämtliche ausstehenden Aktien der Gesellschaft gegen Zahlung einer Geldleistung in Höhe von 18,00 Euro je Aktie zu unterbreiten. Nachdem die Angebotsunterlage Anfang April 2020 veröffentlicht wurde, haben Vorstand und Aufsichtsrat der RHÖN-KLINIKUM AG sie sorgfältig geprüft und sich in getrennten begründeten Stellungnahmen dazu geäußert.

Der Vorstand kam zu dem Ergebnis, dass der Angebotspreis von 18,00 Euro je Aktie angemessen ist. Eine Abschätzung der übrigen Einflussfaktoren und Synergien war aufgrund eingeschränkter Informationen im vorliegenden Angebot nur bedingt möglich. Mehr Informationen können der veröffentlichten Stellungnahme unter www.rhoen-klinikum-ag.com/uebernahmeangebot entnommen werden. Im Zusammenhang mit dem Übernahmeangebot rechnen wir im Geschäftsjahr 2020 mit korrespondierenden Aufwendungen durch die Inanspruchnahme erforderlicher Beratungsleistungen in einer Bandbreite zwischen 6 und 7 Mio. Euro.

Ausblick

Die Corona-Pandemie wird für den Rest des Jahres 2020 das beherrschende Thema für den Gesundheits-sektor bleiben. Auch wenn die RHÖN-KLINIKUM AG wirtschaftlich solide aufgestellt ist, werden wir die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf unser Ergebnis im Geschäftsjahr 2020 spüren. Die im COVID-19-Krankenhausentlastungsgesetz verabschiedeten Regelungen werden aus unserer Sicht nicht ausreichen, um die deutlichen Einschnitte auszugleichen. Eine abschließende Beurteilung der Auswirkungen der COVID-19-Pandemie auf unser Kerngeschäft und unsere Prognose für das Geschäftsjahr 2020 ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht mit hinreichender Wahrscheinlichkeit möglich. Dies liegt vor allem daran, dass derzeit noch unklar ist, in welchem Maße die jeweiligen Bundesländer Leistungen für die Klinikbetreiber erbringen wollen.

Vor diesem Hintergrund stellen wir unsere Planungen unter den Vorbehalt etwaiger Auswirkungen der COVID-19-Pandemie. Unser Ausblick steht ferner unter dem Vorbehalt etwaiger regulatorischer Eingriffe mit Auswirkungen auf die Vergütungsstruktur im Jahr 2020.

Für das laufende Geschäftsjahr 2020 geht die RHÖN-KLINIKUM AG unverändert von einem Umsatz in Höhe von 1,4 Mrd. Euro in einer Bandbreite von jeweils 5 Prozent nach oben bzw. nach unten aus. Für das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) rechnen wir weiterhin mit einem Wert zwischen 72,5 Mio. Euro und 82,5 Mio. Euro.

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Die RHÖN‐KLINIKUM AG zählt zu den größten Gesundheitsdienstleistern in Deutschland. Der Klinikkonzern bietet exzellente Medizin mit direkter Anbindung zu Universitäten und Forschungseinrichtungen. An den fünf Standorten Zentralklinik Bad Berka, Campus Bad Neustadt, Klinikum Frankfurt (Oder), Universitätsklinikum Gießen und Universitätsklinikum Marburg (UKGM) werden jährlich über 860.000 Patienten behandelt. Mehr als 18.000 Mitarbeiter sind hier beschäftigt. Der Einstieg in den zukunftsträchtigen Telemedizin-Markt mit Medgate Deutschland, das innovative RHÖN-Campus-Konzept für eine sektorenübergreifende und zukunftsweisende Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum sowie die konsequente Fortsetzung des schrittweisen digitalen Wandels sind wichtige Säulen der Unternehmensstrategie.


Weitere Informationen im Internet unter www.rhoen-klinikum-ag.com

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