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Pressemitteilung vom 24.04.2013

BLG wächst mit Automobil- und Kontraktlogistik

Logistiksparten gleichen Ergebnisrückgang im Containergeschäft aus

„In Bremen und Bremerhaven haben wir uns in den letzten 14 Jahren seit der Restrukturierung der BLG besonders gut entwickelt. 1998 ist die BLG mit 3.000 Arbeitsplätzen an den Neustart gegangen. Heute bieten wir weltweit einschließlich unserer Beteiligungen  rund 16.000 Arbeitsplätze, mehr als die Hälfte davon im Bundesland Bremen. Unser Ziel, die BLG vom lokalen Hafenunternehmen zum internationalen Logistikkonzern zu entwickeln, haben wir erreicht und dieser Weg wird konsequent fortgesetzt“,  so BLG-Chef Detthold Aden auf der Bilanzpressekonferenz des Unternehmens am 23. April in Bremen.

Die BLG LOGISTICS GROUP hat im Geschäftsjahr 2012 mit einem Vorsteuerergebnis von 49,1 Millionen Euro besser als erwartet abgeschlossen und ein leicht über Vorjahr liegendes Ergebnis erreicht. Ergebnisrückgänge beim Containergeschäft im Gemeinschaftsunternehmen EUROGATE durch die Vor- und Anlaufkosten in den Container Terminals Wilhelmshaven, Ust-Luga und Tanger wurden durch Steigerungen in den Geschäftsbereichen Automobil- und Kontraktlogistik übertroffen.

Im Geschäftsbereich Automobillogistik wurden 2012 insgesamt 6,75 Millionen Fahrzeuge umgeschlagen, transportiert und technisch bearbeitet. Im Jahr zuvor waren es 6,5 Millionen Fahrzeuge. Der Geschäftsbereich Kontraktlogistik wuchs mit seinen Bestandsgeschäften und durch mehrere Neugeschäfte. Dabei verzeichnete auch das neue Geschäftsfeld Logistik für Offshore-Windanlagen wachsende Beschäftigung. In den Geschäftsbereichen Automobil- und Containerlogistik wurde die Position als Marktführer in Europa behauptet. In der Kontraktlogistik gehört die BLG zu den führenden deutschen Anbietern.
 
Aden: „Wir haben mit unseren Töchtern und Beteiligungen ein unvergleichliches Netzwerk mit Terminals an der See und im Binnenland sowie vielen weiteren Standorten für spezialisierte Logistikleistungen in Europa, Nord- und Südamerika, Afrika und Asien aufgebaut. Mit inzwischen 100 Standorten sind wir auf allen Wachstumsmärkten der Welt präsent und verfolgen eine langfristig angelegte Wachstumsstrategie.“

Die Umsatzerlöse in der Unternehmensgruppe stiegen 2012 um 13,5 Prozent auf 1,14 Milliarden Euro. Positive Mengenentwicklungen prägten das Geschäftsjahr, mit wachsenden Volumina in den Geschäftsbereichen Automobil- und Kontraktlogistik. Im Geschäftsbereich Containerlogistik lagen die Umschlagsmengen im Terminal-Netzwerk mit 13,3 Millionen TEU auf dem Niveau des Vorjahres. Stärkster Geschäftsbereich mit 419 Millionen Euro war die Automobillogistik, gefolgt von der Kontraktlogistik mit 405 Millionen Euro und der Containerlogistik mit 327 Millionen Euro, entsprechend dem Anteil von 50 Prozent an EUROGATE.

2012 steigerte die BLG ihre Investitionen um 89 Prozent auf 125,6 Millionen Euro. Der Großteil betraf den Container Terminal Wilhelmshaven. Durch die hohen Investitionen stieg die Nettoverschuldung um 15,1 Prozent auf 392 Millionen Euro. Dabei reduzierte sich die Gesamtkapitalrendite von 6,3 auf sechs Prozent. Das Eigenkapital des BLG-Konzerns hat sich 2012 um 3,9 Prozent auf  367,1 Millionen Euro erhöht. Die Eigenkapitalrendite ging  um 4,2 Prozent auf 13,6 Prozent zurück. Aufgrund der Ergebnisrückgänge im Containerbereich verringerte sich die Gesamtkapitalrendite leicht auf 6 Prozent.  Der Hauptversammlung soll am 23. Mai wie im Vorjahr die Ausschüttung einer Dividende in Höhe von 40 Cent je Stückaktie der BLG AG vorschlagen werden.

Automobillogistik

Mit ihrem Geschäftsbereich AUTOMOBILE ist die BLG Marktführer in Europa. Kein Wettbewerber verfügt über ein vergleichbares Portfolio in der Fertigfahrzeuglogistik mit Umschlag, Lagerung und technischen Dienstleistungen an Seehafen- und Binnenterminals, mit Speditions- und Transportlogistik auf Straßen, Schienen und Binnenwasserstraßen. Insgesamt wurden 2012 rund 6,75 Millionen Fahrzeuge umgeschlagen, transportiert und technisch bearbeitet. Das waren 4,7 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Die Seehafenterminals profitierten von den Exporterfolgen der deutschen Hersteller. Dabei erreichte Bremerhaven mit insgesamt fast 2,15 Millionen Fahrzeugen wieder eine neue Bestleistung.

Durch neue Werke asiatischer Hersteller in Osteuropa sind die Importe über Bremerhaven allerdings zurückgegangen. Im vergangenen Jahr entfielen rund 75 Prozent des Umschlags auf den Export und nur noch 25 Prozent auf den Import. Die BLG ist in Osteuropa mit Terminals und Transportdienstleistungen präsent. Sie transportiert unter anderem auch Fahrzeuge von KIA und Hyundai aus Tschechien und der Slowakei und verteilt die Autos über den Autoterminal Kelheim an die deutschen Händler. Insgesamt wurden 2012 auf den  Autoterminals an der See und im Binnenland 3,82 Millionen Fahrzeuge umgeschlagen. In ihren Technikzentren bearbeitete die BLG 820.000 Fahrzeuge. Per Straße, Schiene und Wasser wurden 1,44 Millionen Einheiten transportiert und 670.000 Fahrzeuge speditionell betreut. Ende 2012 verfügte die BLG AutoRail über 1.100 Spezialwaggons. Bis Ende dieses Jahres wird die Zielgröße von 1.300 erreicht sein. Auf Rhein und Donau fährt die BLG mit sieben Binnenschiffen.

Kontraktlogistik

Die Kontraktlogistik der BLG beinhaltet die Autoteilelogistik, Industrie- und Offshore-Windenergielogistik sowie Handels- und Seehafenlogistik. In der Autoteilelogistik wurde  2012 durch BMW als Neukunden am Standort Wackersdorf und durch Steigerungen bei Mercedes in Deutschland und in den USA deutliches Wachstum verzeichnet. In der Handelslogistik sorgten die Bestandskunden für Zuwächse. Das Volumen für den Kunden Tchibo im Hochregallager Bremen wird sich durch die Übernahme des Online-Geschäftes ab Mitte dieses Jahres verdoppeln. Dafür investiert die BLG über 50 Millionen Euro in den Ausbau der Anlage. Mit dem Zusatzgeschäft sind 200 neue Arbeitsplätze verbunden. Anfang dieses Jahres ist Frankfurt am Main als neuer Standort unserer Handelslogistik hinzugekommen. Dort erbringt die BLG Logistikleistungen für zwei Unternehmen der Bekleidungsbranche.

In der Seehafenlogistik in Bremen registrierte die BLG 2012 durch den steigenden Export von Großröhren deutliches Wachstum. In der Industrielogistik wurde die Bosch Thermotechnik am Standort Butzbach als Neukunde gewonnen. Seit Februar 2012 ist die BLG zudem mit logistischen Leistungen und Transporten für die Offshore-Windenergiebranche aktiv. 2011 waren über 20 Millionen Euro in den Ausbau eines Offshore-Terminals in Bremerhaven und den Bau eines Offshore-Pontons investiert worden.

Zum Ressort Kontraktlogistik gehört auch der Bereich Nachhaltigkeit und neue Technologien. Die ökologische Nachhaltigkeit wurde 2011 mit einem eigenen Stabsbereichs gestärkt, um die schon bestehenden Aktivitäten zu bündeln, auszubauen und neue Impulse zu setzen. Green Logistics bei der BLG schont Ressourcen durch weniger Energie- und Wasserverbrauch, durch Verkehrsverlagerungen von der Straße auf Schienen und Binnenwasserstraßen. Zudem setzt die BLG auf E-Mobilität und anderes mehr, um die CO2-Emissionen bis 2020 um 20 Prozent zu reduzieren.

Container

An den deutschen Terminals wurden 2012 insgesamt 7,9 Millionen TEU umgeschlagen. Das entsprach etwa dem Vorjahresvolumen. In Bremerhaven erhöhte sich der Umschlag um drei Prozent auf 6,1 Millionen TEU. Hamburg musste dagegen einen Rückgang um 12 Prozent auf 1,8 Millionen TEU hinnehmen. Das ist auf die Kooperation von zwei Reedereien zurückzuführen, die in Hamburg zum Verlust von Schiffsanläufen geführt hat. Bremerhaven wurde zusätzlich zu einem Basishafen für die Lagerung und den Umschlag von On- und Offshore-Windkraftanlagen am Terminalabschnitt CT1 entwickelt. In Wilhelmshaven ist der Anlauf schleppend, so dass dort noch nicht die geplanten Mengen erreicht werden. Das Ziel für dieses Jahr ist die Akquisition einer weiteren Reederei für den Standort. Das Terminal an der Jade bietet optimale nautische Bedingungen und perfekte Hinterlandanbindungen.

Der weltweite Containerverkehr durchläuft gegenwärtig eine Schwächephase. Die Euro-Krise und geringere Nachfrage in einigen Teilen der Welt sind die Hauptgründe. Zudem haben die Containerreeder das Problem des Überhangs von Transportkapazitäten in einem Markt, der sich zurzeit nicht erwartungsgemäß entwickelt. Die zunehmende Anzahl von Großcontainerschiffen für 10.000 TEU und mehr führt zu Überkapazitäten und zu Veränderungen in den Strukturen der Containerliniendienste. Aufgrund der fortschreitenden Globalisierung wird der Containerverkehr langfristig ein Wachstumsmarkt bleiben. Das Wachstumstempo hat sich allerdings vorübergehend verlangsamt.

Der neue Vorstand


Zum Jahresbeginn wurde Frank Dreeke zum neuen Vorstandsmitglied der BLG berufen. Er löst am 1. Juni 2013 den Vorstandsvorsitzenden Detthold Aden ab, der in den Ruhestand geht. Seine beruflichen Erfahrungen sammelte Dreeke zunächst in der Container-Branche, unter anderem als General Manager Central Europe der Reederei Sea-Land und als Deutschland Chef der MAERSK LINE. Von 2004 bis 2012 war er Geschäftsführender Gesellschafter des Bremer Unternehmens EKB Container Logistik. Mit der Bremischen Wirtschaft und mit der internationalen Hafen- und Logistikwelt ist er bestens vertraut. Dreeke: „Mittlerweile kenne ich mich auch in der Welt der BLG aus. Es war schön, überall zu spüren, wir arbeiten für ein tolles Unternehmen, wir sind stolz auf dieses Unternehmen und wir wollen mit daran arbeiten, die BLG weiter voran zu bringen. Es gibt eine Art BLG-Spirit, den ich gerne hegen und pflegen möchte.“

Wie geht es mit der BLG weiter, wenn sich demnächst vier Vorstandsmitglieder verabschieden. Dreeke dazu: „Ich übernehme mit der BLG ein prächtiges Bauwerk, das mit zwei seiner drei Geschäftsbereiche Europameister ist. Wenn es uns gelingt, diese wertvolle Substanz zu erhalten und das Bauwerk noch zu erweitern – beispielsweise im Geschäftsbereich Kontraktlogistik, dann hätten wir schon viel erreicht. Dabei haben wir die tatkräftige Unterstützung der verbleibenden Kollegen Hartmut Mekelburg und Emanuel Schiffer sowie der neuen Kollegen Jens Bieniek für den Bereich Finanzen, Andreas Wellbrock für den Geschäftsbereich Kontraktlogistik und Michael Blach für den Geschäftsbereich Automobillogistik.“

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